Gesunde Kinderernährung: Vielfalt statt Zuckern

Gesunde Kinderernährung: Vielfalt statt Zuckern

Kennen Sie das? Obst, Gemüse Müsli & Co. lassen Kinderherzen nicht gerade höherschlagen. Deshalb zuckern Eltern dann schon mal die Lebensmittel. Schließlich wollen sie ihrem Nachwuchs die gesunden Produkte schmackhaft machen, damit er sich später bewusster und ausgewogen ernährt. Der Zucker-Trick ist sozusagen die Geheimwaffe auf dem Weg dorthin. Doch wie eine Studie des BIPS nun zeigt, geht die Rechnung nicht auf. So haben Kinder, die selbst gezuckerte Früchte oder Milchprodukte konsumieren, langfristig ein höheres Risiko für Übergewicht und neigen stärker dazu, diese erlernte „ungesunde“ Ernährungsweise beizubehalten.

Wer als Kind viel Süßes isst, greift auch später häufiger zu zuckerhaltigen Produkten

„Die Ergebnisse beweisen, dass das Zuckern von gesunden Lebensmitteln – auch wenn es gut gemeint sein mag – eher das Gegenteil bewirkt“, sagt Dr. Antje Hebestreit, Leiterin der Fachgruppe Lebensstilbedingte Erkrankungen am BIPS und Mitautorin der Studie in einer Mitteilung. „Unsere Vermutung ist, dass hier die Prägung des Geschmacks, die wir besonders in jungen Jahren erfahren, eine wichtige Rolle spielt. Wer also schon als Kind häufig Süßes – und seien es auch nur kleine Mengen zugefügter Zucker – zu sich nimmt, greift auch später häufiger zu zuckerhaltigen Lebensmitteln und erhöht damit sein Risiko, Fettleibigkeit und Stoffwechselstörungen wie z.B. Diabetes zu entwickeln.“

Wissenschaftliche Empfehlung: Aufs Zuckern verzichten

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Die Forscher empfehlen Eltern deshalb, ganz auf Zucker, Honig und Instantpulver zum Süßen von Früchten und Milchprodukten zu verzichten. Sinnvoller sei es, den Kindern ganz bewusst eine hohe Geschmacksvielfalt anzubieten, um der großen Langeweile am Esstisch vorzubeugen – und einer monotonen damit auch ungesunden Lebensmittelauswahl in späteren Jahren. „Wer auf Vielfalt statt Zucker setzt, liefert seinen Kindern zudem viel eher die breite Nährstoffpalette, die Kinder für ihr Wachstum und Wohlbefinden brauchen,“ so Dr. Antje Hebestreit.

Über die Studie

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Das internationale Forscherteam aus Italien, Belgien, Schweden, Spanien, Estland und Deutschland hat die Daten der mehr als 16.000 Kinder ausgewertet, die an der europäischen IDEFICS-Studie zu kindlichem Übergewicht teilgenommen hatten. Ein großer Teil der Kinder, wurde dabei im Rahmen der vom BIPS geleiteten Studie nach zwei Jahren erneut untersucht, um zeitliche Veränderungen zu identifizieren.

Bei der Analyse zeigte sich ein deutliches Bild. Die Kinder, die zum Zeitpunkt der ersten Untersuchung mehr gezuckerte Früchte, Smoothis und Milchprodukte konsumierten, zeigten zwei Jahre später deutlich häufiger Anzeichen für Übergewicht und Fettleibigkeit als die Vergleichsgruppe. Darüber hinaus war auch die Qualität ihrer Ernährung häufiger und stärker gesunken – also ungesünder geworden – als die der Kontrollgruppe. Anders gesagt: Obst, Gemüse, Milch, Cerealien & Co. sind ohne eine Extraportion Zucker einfach besser, auch für die späteren Essgewohnheiten.

Warum haben wir so viel Lust auf Süßes?

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Eigentlich hat es die Evolution ja ganz gut mit uns gemeint. Gerade im Kindesalter, wenn unser Körper wegen des Wachstums besonders viel Energie braucht, haben wir einen ausgeprägten Appetit auf Süßes. Doch was in einer urzeitlichen Welt des Mangels ein Vorteil war, kann in einer Überflussgesellschaft Probleme machen. Weltweit hat sich in den vergangenen Jahrzehnten der Anteil der übergewichtigen und fettleibigen Kinder vervielfacht. Neben mangelnder körperlicher Aktivität ist dafür aus Sicht der Wissenschaft vor allem der gesteigerte Konsum von stark zuckerhaltigen Süßigkeiten und „Soft-Drinks“ verantwortlich.

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