Gib' dem Montagsblues keine Chance

Gib' dem Montagsblues keine Chance

Es ist Montagmorgen – der Job ruft. Sind Sie dafür gerne aufgestanden? 42 Prozent der deutschen Arbeitnehmer gehen montags nämlich nicht gerne zur Arbeit. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt eine Umfrage der MondayMakers, einer Start-up-Initiative der v. Rundstedt & Partner GmbH. Eine ältere Studie zeigt, dass Briten vor 11:16 Uhr kein Lächeln zustande bringen, weil sie dem Montagsblues verfallen sind. Die Gründe dafür sind vielfältig.

An der Umfrage nahmen 410 Männer und Frauen aus allen Bevölkerungs-, Alters- und Einkommensschichten teil. Dabei ging es darum herauszufinden, wo Gründe für eine (große) Unzufriedenheit liegen, aber auch zu analysieren, was dazu beiträgt, das berufliche Glück zu steigern.

Druck, keine Wertschätzung, zu wenig Geld – Gründe für berufliche Unzufriedenheit

Montagsblues: Gehen Sie montags gern zur Arbeit?

42 Prozent der Befragten antworten nein.

Montagsblues: Was sind die Gründe dafür, dass Sie montags nicht gern zur Arbeit gehen?

  • 35 Prozent antworten: „Für das, was ich leiste verdiene ich zu wenig.“
  • 33 Prozent antworten: „Das Stresslevel/der Druck ist zu hoch.“
  • 31 Prozent antworten: „Keiner sieht, was ich eigentlich leiste. Mir fehlt die Wertschätzung.“

Anerkennung, gesunde Work-Life-Balance, tolle Aufgaben – Gründe für berufliche Zufriedenheit

Worin liegt der Schlüssel zu beruflichem Glück?
Mehrfachnennungen waren möglich

  • Für 49 Prozent ist es „… die Anerkennung und der Respekt meiner Kollegen, Vorgesetzten, Mitarbeiter (…).“
  • Für 47 Prozent ist es „…eine gesunde Work-Life-Balance.“
  • Für 38 Prozent liegt der Schlüssel darin „… spannende, täglich herausfordernde Aufgaben zu haben.“

Männer und Frauen – unterschiedliche Motivationen, gerne zur Arbeit zu gehen

Top-3-Gründe für Männer, montags gerne zur Arbeit zu gehen:

  • 64 Prozent sagen: „Ich habe eine spannende Aufgabe, die mir Spaß macht.“
  • 36 Prozent sagen: „Ich kann mich weitereinwickeln. Ich lerne immer wieder Neues.“
  • 34 Prozent sagen: „Ich werde gesehen und ernst genommen, kann meine Ideen einbringen.“

Top-3-Gründe für Frauen, montags gerne zur Arbeit zu gehen:

  • 52 Prozent sagen: „Ich habe eine spannende Aufgabe, die mir Spaß macht.“
  • 42 Prozent sagen: „Die Kollegen sind super. Wenn es im Team stimmt, ist alles andere egal.“
  • 32 Prozent sagen: „Ich kann mich weiterentwickeln. Ich lerne immer wieder Neues.“

Für die befragten Frauen ist der Team-Gedanke mit 42 Prozent ein ganz wichtiger Motivator: „Die Kollegen sind super. Wenn es im Team stimmt, ist alles andere egal.“ Bei den Männern rangiert diese Antwort nicht mal unter den Top-5.

Selbstreflexion – der Weg zum beruflichen Glück

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Berufliches Glück setzt sich für MondayMakers nach der Umfrage aus fünf Faktoren zusammen:

  1. Eine spannende Aufgabe, bei der die persönlichen Stärken zum Einsatz kommen
  2. Eine Aufgabe, die Perspektive bietet
  3. Ein Umfeld, das den eigenen Leistungen Anerkennung und Respekt zollt
  4. Eine Entlohnung, die Wertschätzung ausdrückt
  5. Eine gesunde Work-Life-Balance
©contrastwerkstatt/stock.adobe.com

Trotz dieses grundsätzlichen Musters zeigt die unterschiedliche Kombination der Antworten, so die Start-up-Initiative, je nach Geschlecht, Alter und Bildungshintergrund jedoch, dass der Schlüssel für berufliches Glück sehr individuell ist. „Die Ergebnisse unterstreichen, dass jeder Mensch den Code für sein berufliches Glück in sich trägt. Dass bedeutet auch, dass jeder, der seine Zufriedenheit steigern möchte, selbst die Verantwortung übernehmen und aktiv werden muss“, erläutert Caterine Schwierz, Co-Creatorin der MondayMakers. „Die Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken und Talenten, Bedürfnissen und Wünschen, ist ein wichtiger Schritt, um das eigene Arbeitsumfeld und die berufliche Aufgabe optimal zu gestalten.“

Montagsblues – kein Lächeln vor 11:16 Uhr

Forscher haben 2011 auch festgestellt, dass der Montag für britische Arbeitnehmer ganz besonders hart ist, denn der Großteil kommt zum Wochenstart zu spät. Vor 11:16 Uhr bringt niemand ein Lächeln zustande, der Montagsfrust sei einfach zu groß. Stattdessen wird gestöhnt und sich beschwert – vor allem Männer und Frauen zwischen 45 und 54 Jahren, so die Studie. Um den Montagsblues abzuschütteln, benötigen Arbeitnehmer demnach den Großteil des Arbeitstages. Am Ende kämen sie auf 3,5 Stunden produktive Arbeit. Und woran liegt’s?

Für den klinischen Psychologen Professor Alex Gardner geht die Montagsdepression auf alte Stammesinstinkte zurück. „Wir wollen nach dem Wochenende wieder Teil unseres Stammes sein und müssen uns erstmal unterhalten und Zeit in Gemeinschaftsräumen verbringen“, erklärt Hauptautor Alex Gardner. „Nachdem wir uns mit unserem Stamm wiedervereint haben, sind wir auf eine produktive Woche vorbereitet.“ Das mag auch eine Erklärung für den Montagsblues sein.

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