Lumbago: Was tun wenn die Hexe schießt?

Lumbago: Was tun wenn die Hexe schießt?

Eine ungeschickte Bewegung und – autsch! Gleißende Schmerzen schießen in den unteren Rücken. Nichts geht mehr! Die meisten Erwachsenen haben das schon einmal erlebt: Hexenschuss.

Unter Lumbago, wie Mediziner den Hexenschuss bezeichnen, versteht man starke akute Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule. Diese Schmerzen stellen aber kein eigenes Krankheitsbild dar, sondern sind ein Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann.

Warum heißt Hexenschuss Hexenschuss?

Im Mittelalter dachte man, dunkle Mächte seien für die plötzlich auftretenden Rückenschmerzen verantwortlich und Hexen würden mit unsichtbaren Pfeilen auf Menschen schießen – daher der Name. Heute weiß man, dass Lumbago ganz profan meist den Ursprung in Muskelzerrungen oder Wirbelblockaden hat. Doch wie kommt es dazu?

Wie entsteht ein Hexenschuss?

Forscher des George Institutes for Global Health in Sydney haben sich genau dieser Frage gewidmet und in einer wissenschaftlichen Studie knapp 1.000 Patienten zu dem Entstehen ihres Hexenschusses interviewt. Sie konnten die Annahme bestätigen, dass Lumbago meist plötzlich nach ruckartigem Heben, Bücken oder Drehen auftritt. Doch nicht jede dieser Bagatellbewegungen führt automatisch zu einem Hexenschuss. Deshalb suchten die Wissenschaftler nach zusätzlichen Faktoren, die das Auftreten einer Lumbago begünstigen.

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Sie identifizierten Unachtsamkeit und Interaktionen mit anderen Menschen oder Tieren als Gefahrenquellen für einen Hexenschuss. Auch das Halten von Objekten fern vom Körper kann die Entstehung von akuten Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule fördern – insbesondere dann, wenn die gehaltenen Gegenstände zerbrechlich, nicht im Gleichgewicht oder sehr schwer sind. Erschöpfung und Müdigkeit tun ihr übriges. Besonders riskant ist den Wissenschaftlern zufolge die Zeit zwischen acht und elf Uhr morgens – während dieser drei Stunden treten nämlich 40 Prozent aller Rückenschmerz-Ereignisse auf. Warum das so ist, ist noch unklar. Man vermutet allerdings, dass sich nachts die Bandscheiben mit Wasser füllen und in diesem angeschwollenen Zustand besonders anfällig sind.

Wie lässt sich einer Lumbago vorbeugen?

Was kann man also tun, um der Hexe so wenig Angriffsfläche wie möglich für ihre Pfeile zu bieten? An erster Stelle sollten Sie alle Bewegungen des Rückens konzentriert und mit Bedacht ausführen. Lassen Sie sich beim Heben und Tragen nicht ablenken und vermeiden Sie schnelle sowie ungewohnte

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Bewegungen. Hektik und Stress sind Gift für den Rücken – am besten wappnen Sie sich mit Entspannungstechniken wie zum Beispiel Yoga oder autogenem Training dagegen. Achten Sie außerdem auf Ihr Körpergewicht, denn jedes Kilo, das Sie zu viel mit sich herumschleppen, belastet Ihren Rücken unnötig.

Damit Ihre Rückenmuskeln stark und die Gelenke geschmeidig bleiben, sollten Sie so viel Bewegung wie möglich in ihren Alltag einbauen. Gehen Sie doch zur Abwechslung mal ins Nachbarbüro statt Ihre Kollegen dort anzurufen, nehmen Sie die Treppe anstelle des Aufzugs und lassen Sie so oft wie möglich das Auto stehen.

Was hilft bei einem Hexenschuss?

Bewegung lautet in der Regel auch das Zauberwort, wenn Sie die Hexe doch einmal mit ihren Pfeilen erwischt hat. Versuchen Sie, so schnell wie möglich wieder körperlich aktiv zu werden, denn durch Schonhaltung verkrampfen Ihre Muskeln nur noch weiter. Mit Wärmeanwendungen (z.B. Körnerkissen,

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Rotlicht, Wärmepflaster) und den gängigen Analgetika (z.B. Diclofenac, Ibuprofen, Paracetamol) bekommen Sie eine akute Lumbalgie meist so gut in den Griff, dass Sie sich bald wieder bewegen können. Im Laufe der folgenden Tage sollten die Beschwerden dann vollständig abklingen. Halten Schmerzen und Bewegungseinschränkungen allerdings über mehr als vier Tage an, empfiehlt sich unbedingt ein Besuch beim Hausarzt oder Orthopäden.

Mehr zur Lumbago?

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