Sonnenstich: Wenn die Sonne sticht und die Hirnhäute reizt

Sonnenstich: Wenn die Sonne sticht und die Hirnhäute reizt

Ein Sonnenbad im Freibad, am Fluss oder am See, ein Städtetrip, eine Radtour – herrlich, wenn es schön warm ist und die Sonne dabei vom Himmel lacht. Achten Sie dabei nur immer darauf, Ihren Kopf und Nacken gut zu schützen. Denn zu viel pralle Sonne kann zu einem Sonnenstich führen. Die Folgen: Heftige Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und ein steifer Nacken zählen unter anderem dazu.

Was ist ein Sonnenstich?

©rh2010/stock.adobe.com

Sonnenstich, auch Insolation, Heliosis und Ictus solis genannt, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag gehören zur Gruppe der Hitzeschäden. Bekommen Kopf und Nacken zu viel direkte Sonne ab, reizen die Strahlen die Hirnhäute, die unter der Schädeldecke liegen. Das Gehirn und die Hirnhäute erleiden somit eine Irritation, sodass ein Sonnenstich entsteht. Dabei sind nicht die UV-Strahlen die Verursacher, sondern die starke Hitze. Die hohen Temperaturen lösen Entzündungsreaktionen aus und können auch eine Hirnschwellung mit einer Steigerung des Hirndrucks auslösen.

Wer ist besonders anfällig?

  • Babys und Kleinkinder
  • Menschen mit einer (sehr) hellen Haut
  • Senioren
  • Männer und Frauen mit wenig Kopfbehaarung

Welche Symptome treten auf?

©Robert Kneschke/stock.adobe.com

Die Anzeichen für einen Sonnenstich variieren von Betroffenem zu Betroffenem. Typisch sind:

  • Kopfschmerzen, Unruhe, Benommenheit!
  • Heißer, hochroter Kopf bzw. Nacken, der Rest der Haut erscheint unauffällig
  • Schwindel
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Abgeschlagenheit
  • Nackenschmerzen bis hin zu einem steifen Nacken
  • Ohrengeräusche
  • Niedriger Blutdruck
  • Verwirrtheit/Orientierungslosigkeit
  • Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit in Extremfällen

Eine erhöhte Körpertemperatur tritt bei einem Sonnenstich in der Regel übrigens nicht auf. Die Symptome selbst machen sich, insbesondere bei Kindern, oft erst nach einiger Zeit bemerkbar und nicht unmittelbar. Sprich: Inzwischen ist man längst aus der Sonne raus und wieder im Schatten. Wie lange die Irritation von Gehirn und Hirnhäuten anhält, ist unterschiedlich. Bei manchen klingen die Folgen nach einigen Stunden ab, bei anderen dauert es zwei Tage. Bis dahin ist auf jeden Fall Bettruhe angesagt.

Wie lässt sich helfen?

  • Wenn sich der Betroffene noch in der Sonne aufhält, am besten sofort in den Schatten wechseln
  • Um die Temperatur von Kopf und Nacken zu senken, zu feuchten, kühlen Tüchern oder gegebenenfalls einer kalten Dusche greifen
  • Der Sonnenstich-Geplagte braucht viel Flüssigkeit (Wasser oder Apfel-Schorle) und der Oberkörper ist idealweise etwas höher gelagert – vorausgesetzt er ist bei klarem Bewusstsein
  • Bei starkem Erbrechen und Bewusstlosigkeit sofort den Notarzt alarmieren (112). Den Patienten in die stabile Seitenlage bringen, bis der Mediziner vor Ort ist
  • Ein Besuch beim Arzt ist grundsätzlich ratsam, um einen Hitzschlag auszuschließen

Wie lässt sich vorbeugen?

©magdal3na/stock.adobe.com
  • Meiden Sie die pralle Mittagssonne und halten Sie sich nach Möglichkeit viel im Schatten auf
  • Greifen Sie zu einem (hellen) Hut, um Kopf und Nacken vor längerer, intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen. Gerade Babys und Kleinkinder benötigen unbedingt eine Kopfbedeckung. Denn ihre Schädelknochen sind in den ersten beiden Lebensjahren noch nicht vollständig verschlossen, sodass ihre Hirnhäute viel empfindlicher sind
  • Tragen Sie leichte, luftige Kleidung. Zu warme Kleidung behindert nämlich die Wärmeregulierung des Körpers, sodass sich die Gefahr für einen Hitzschlag erhöht
  • Denken Sie daran, Sonnencreme, insbesondere im Nackenbereich, aufzutragen
  • Trinken Sie genügend: Als Faustregel gilt, dass ein Erwachsener an heißen Tagen etwa einen halben bis einen Liter mehr Flüssigkeit braucht
  • Schirmen Sie Ihre Augen ab, um Netzhautentzündungen vorzubeugen, mit Sonnenbrillen, die einen UV-Schutz haben

Hitzeerschöpfung und Hitzschlag – wo sind die Unterschiede zum Sonnenstich?

Eine Hitzeerschöpfung ist eine Mischung aus Sonnenstich und Hitzschlag, quasi ein Übergangsstadium. Sie wird ausgelöst, wenn der Körper zu viel Flüssigkeit und Salze verliert, weil der Flüssigkeitshaushalt nicht stimmt. Ein Hitzschlag gilt im Vergleich zum Sonnenstich als gefährlicher und entsteht bei körperlicher Anstrengung gepaart mit hohen Temperaturen. Sportler, die in der Hitze trainieren, aber auch Hochofenarbeiter und Saunabesucher, wenn sie sich in schlecht gelüfteten Räumen aufhalten, sind beispielsweise häufiger betroffen.

Mehr zum Thema