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Schlaflos im Sommer: Bärtiger junger Mann in weißem Shirt und Pyjamahose sitzt mit geschlossenen Augen auf dem Bett und stützt den Kopf in die Hand.
iStock/blackCAT
Symbolbild


Die Hitze steht im Raum, selbst unter einem dünnen Laken ist es zu warm. Was man tun kann, um Sommernächte nicht schlaflos zu verbringen und was Eltern speziell bei Babys beachten sollten.

Einen herrlichen Sommertag genießen die meisten. Doch in der Nacht wird Hitze im Schlafzimmer oft zum Problem. Die ideale Zimmertemperatur zum Schlafen liegt etwa bei 18 °C. Im Sommer ist es schnell wärmer. Dass es lange hell ist, stört viele außerdem beim Schlafen.

So kommen Sie gut durch heiße Nächte

Die besten Tipps, damit Sie auch bei hohen Temperaturen gut schlafen und morgens erholt aufwachen.

Lüften Sie am besten morgens gut durch, solange die Luft noch nicht so aufgewärmt ist. Auch am Abend ist das sinnvoll, wenn die Temperaturen wieder gesunken sind.
Wer mag, kann bei gekipptem oder geöffnetem Fenster schlafen. Vorsichtig sein sollten allerdings Allergiker. Denn sie können unter Pollen und Co. Leiden, und wenn eine Niesattacke die nächste jagt, schläft es sich nicht gut. Vermeiden Sie zudem Zugluft.
Machen Sie schon tags die Rollläden oder Vorhänge im Schlafzimmer zu. Dann bleibt es kühler. Sonnenschutzfolien sind ebenfalls eine Möglichkeit, sich vor Hitze zu schützen. Manche empfinden es als angenehm, nasse Handtücher zu trocknen und die Kälte zu nutzen, die dabei entsteht.
Ventilatoren oder Klimageräte sollten Sie über Nacht lieber auslassen. Sonst kühlt man schnell aus oder holt sich einen Zug und fängt sich am Ende noch eine unliebsame Erkältung ein. Außerdem machen die Geräte meist störende Geräusche.
Auch bei Sommerhitze sollten Sie sich zudecken. Sonst besteht die Gefahr auszukühlen, ohne davon aufzuwachen. Eine Sommerdecke oder ein dünnes Laken sind die richtige Wahl.
Pyjamas oder Nachthemden aus Polyester und Co. sind zwar schick, aber bei Sommerhitze nicht geeignet. Darin schwitzt man zu schnell. Die Kunstfaser kann die Feuchtigkeit schlecht aufnehmen und abtransportieren. Besser eignet sich locker sitzende Wäsche aus Baumwolle, Leinen oder Naturseide. Manche legen die Kleidung vor dem Anziehen etwa zehn Minuten in den Kühlschrank – für den extra Frische-Kick.
Leichte Sommerbettwäsche, etwa aus Jersey oder Seersucker, lässt uns Hitze besser aushalten. Finger weg von dicken, angerauten Stoffen wie Biber oder Flanell. Manche Matratzen haben übrigens eine Winter- und eine Sommerseite.
Bei Helligkeit schlafen können nicht alle. Wer Rollläden oder Verdunklungsrollos hat, ist gut dran. Andere Lichtempfindliche können zu einer verdunkelnden Schlafmaske greifen. Die gibt es in Ihrer Apotheke zum Beispiel in Dunkelblau oder auch mit unterschiedlichen Mustern.

Schlafhygiene und natürliche Hilfen

Was Sie sonst noch wissen sollten, wenn es mit dem Ein- oder Durchschlafen nicht klappen will, und wie die Natur bei schlaflosen Nächten helfen kann, lesen Sie in unseren Beiträgen „Endlich wieder durchschlafen“ und „Schlafstörung: Risiko Homeoffice“. Informationen zu dauerhaften Schlafproblemen gibt die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin e.V.

Guter Sommerschlaf für Babys

Was viele Eltern nicht wissen: Babys regulieren Körperwärme noch nicht so gut wie Erwachsene. Sie schwitzen auch weniger. Nur weil die Händchen oder Füße der Kleinen sich kalt anfühlen, frieren sie nicht. Ein besserer Indikator: Hand in den Nacken legen und fühlen, ob er sich warm anfühlt.

Ziehen Sie Babys im Sommer nicht zu warm an. Ein dünner Strampler oder Body genügt. In heißen Sommernächten auch ein Shirt plus Windel. Setzen Sie auch für die Kleinen auf atmungsaktive Naturmaterialien. Ideal ist auch ein temperaturausgleichender leichter Sommerschlafsack.

Schlaflosen Nächten vorbeugen: Den Körper erfrischen

Neben dem Raumklima gibt es auch ein paar Tricks, wie Sie sich bei Sommerhitze selbst erfrischen, bevor Sie ins Bett gehen.

Trinken Sie tagsüber mindestens 1,5 Liter. Am besten Wasser, ungesüßten Kräutertee oder gut verdünnte Saftschorle. Alkohol und Getränke mit Koffein können dagegen für schlaflose Nächte sorgen. Vermeiden Sie eisgekühlte Getränke, da der Körper diese erst erwärmen muss.
Duschen Sie auch an heißen Tagen lauwarm, bevor Sie ins Bett gehen. Denn kalte Duschen verengen die Blutgefäße. So kann der Körper die Wärme schlechter abgeben.
Duschgels oder Bodylotions enthalten teils Stoffe wie Minz- oder Melissenöl, die erfrischend wirken. Einreibungen oder Frischegels mit Pflanzenextrakten aus Pfefferminze, Latschenkiefernöl, Arnika oder Aloe vera kühlen die Haut vor dem Schlafengehen. In Ihrer Apotheke erhalten Sie das passende Produkt.

Mit Melatonin nachhelfen

Das körpereigene Hormon Melatonin reguliert unseren Tag-Nacht-Rhythmus und kann dabei helfen, schneller einzuschlafen. Es treten keine Gewöhnungseffeklte auf. Neben Kapseln zum Einnehmen gibt es auch Softgel-Tabletten und Direktgranulat. Für unterwegs ist ein Melatonin-Spray praktisch, das in den Mund gesprüht wird. Gerade für Vielreisende mit Jet-leg-Problemen und für Schichtarbeitende ist es ideal. Wir beraten Sie dazu gern.

Kühlkompressen, kühlschrankkalte Körnerkissen oder ein feuchter Waschlappen: Mit diesen kleinen Helfern sorgen Sie für Erfrischung, falls Sie nachts vor Hitze aufwachen.

Kühle Einschlafhilfen

Legen Sie ein paar Minuten, bevor Sie ins Bett gehen, eine kalte Gelkompresse unter die Bettdecke. Das sorgt für angenehme Erfrischung. Auch kalt aufgegossene Einschlaftees bringen eine erholsamere Nacht bei Hitze.

Robert Götz,

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