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Heilpflanzen sind eine gute Alternative zu Antibiotika - ob als Tablette, Kapsel oder Tee.
iStockphoto/pkanchana
Symbolbild

Antibiotika werden immer noch zu häufig eingesetzt, sodass sie irgendwann nicht mehr wirken. Bei leichten Infekten geht es oft auch mit pflanzlichen Alternativen.

Antibiotika sind wichtige Medikamente, die Leben retten können, zum Beispiel bei einer Lungenentzündung und anderen schweren Infektionen. Doch viel zu häufig werden sie bei Erkrankungen vorschnell verordnet, obwohl es andere Behandlungsmöglichkeiten gibt. Viele Patienten wünschen sich auch bei einer Erkältung ein Antibiotikum. Und das obwohl meist Viren die Ursache sind, gegen die Antibiotika gar nicht wirken. Der übermäßige Einsatz führt dazu, dass immer mehr Bakterien unempfindlich gegenüber Antibiotika werden. Da Bakterien diese neue Widerstandsfähigkeit in ihr Erbgut einbauen, geben sie dies an die anderen Bakterien weiter. Deshalb wirken bewährte Antibiotika dann auch bei schweren Infektionen nicht mehr. Man spricht dann von Resistenz.

Sanfte Wirkstoffe

Zahlreiche Pflanzen enthalten Wirkstoffe, mit denen sie sich selbst und auch uns Menschen vor krank machenden Keimen schützen können. Im Gegensatz zu klassischen Antibiotika wirken sie nicht nur gegen Bakterien, sondern häufig auch gegen Viren und Pilze. Diese pflanzlichen Wirkstoffe können bei leichten und mittelschweren Infektionen eingesetzt werden. Ein weiterer Vorteil: Sie haben in der Regel keine Nebenwirkungen, führen nicht zu Resistenzen und schonen nebenbei auch unsere Darmflora, die durch klassische Antibiotika in Mitleidenschaft gezogen wird. Nach deren Einnahme kann es zu Magen-Darm-Beschwerden oder Durchfällen kommen.

9 pflanzliche Alternativen

Ob Blasenentzündung oder Atemwegsinfekt – gegen viele Erkrankungen ist ein Kraut gewachsen. Hier die bekanntesten und besten Pflanzen mit antibiotischem Potenzial und ihre Anwendungsgebiete:

Die enthaltenen Senföle bekämpfen nicht nur Bakterien und Viren, sondern haben auch entzündungshemmende Eigenschaften. In Laboruntersuchungen waren sie sogar gegen einige antibiotikaresistente Keime wirksam. In Ihrer Apotheke erhalten Sie Präparate mit Meerrettichwurzel und Kapuzinerkressenkraut zur Infektabwehr. Die Tabletten sind bei akuten entzündlichen Erkrankungen der Bronchien und in Absprache mit dem Arzt bei unkomplizierten Harnwegsinfekten geeignet.
Die Zwiebel ist ein altes Hausmittel bei Erkältungen. So kann zum Beispiel Zwiebeltee mit Honig Halsschmerz und Husten lindern. Bei Mittelohrentzündungen sind warme Zwiebelwickel eine schmerzlindernde Lösung. In der Homöopathie soll die Zwiebel als Allium cepa D6 Fließschnupfen lindern.
In Ingwer sind Gingerole enthalten, die Bakterien in Schach halten. Die scharfe Wurzel wirkt aber nicht nur bei Atemwegsinfekten antibakteriell und entzündungshemmend, sondern fördert auch Durchblutung und Verdauung und bekämpft Übelkeit. Ingwer kann frisch geschnitten als Tee oder Gewürz genossen werden. In Ihrer Apotheke erhalten Sie zudem Fertigzubereitungen, zum Beispiel Tee, Kapseln oder Tropfen.
Das Harz, mit dem Bienen ihre Waben abdichten, schützt auch gegen Viren und Bakterien. Zudem werden ihm entzündungshemmende, wundverschließende und immunstimulierende Eigenschaften nachgesagt. Propolis wird zum Beispiel bei Erkrankungen der Atemwege, bei Entzündungen in Mund und Rachen und bei Schnitt- und Schürfwunden angewendet. In Ihrer Apotheke gibt es zum Beispiel Propolis-Mundspray und -Tropfen zur Pflege des Mund- und Rachenraums, Propolis-Pastillen gegen Halsschmerzen und Propolis-Salbe zur Behandlung von Lippenherpes, trockener Haut oder Juckreiz.
Das ätherische Öl und die Gerbstoffe im Salbei ergänzen sich in ihrer antibakteriellen und antientzündlichen Wirkung und werden bei Entzündungen in Mund und Rachen und bei Husten eingesetzt. Durch die adstringierende, also zusammenziehende Eigenschaft dichtet es die Haut ab und fördert die Heilung entzündeter Schleimhaut. Salbei ist zudem ein bewährtes Mittel gegen starkes Schwitzen, zum Beispiel auch in den Wechseljahren. In Ihrer Apotheke gibt es Salbei-Tee und -Konzentrate zum Spülen und Trinken, Hals- und Rachenbonbons zum Lutschen, kräftigendes Zahnfleischbalsam und Salbei-Deos und -Tabletten gegen übermäßiges Schwitzen.
Der Klassiker unter den Heilpflanzen wirkt gegen Bakterien, fördert die Wundheilung, lindert Entzündungen und Krämpfe. In Ihrer Apotheke gibt es eine breite Palette von Kamille-Präparaten zur äußeren Anwendung, zum Beispiel bei Haut- und Schleimhautentzündungen oder zur Inhalation bei entzündlichen Atemwegserkrankungen. Zudem erhalten Sie pflegende Handcremes und kräftigende Zahnpasta mit den Wirkstoffen der Kamille.
Der Pflanzenextrakt aus den Wurzeln  der Kapland-Pelargonie, einer Geranienart aus Südafrika, soll verhindern, dass sich Krankheitserreger an die Schleimhäute heften, die Virenabwehr unterstützen und bei akuter Bronchitis das Sekret lösen. In Ihrer Apotheke erhalten Sie Tropfen, Saft oder Tabletten zur Einnahme, die auch für Kinder geeignet sind.
Das ätherische Öl Thymol wirkt gegen Bakterien und Viren und hat krampf- und schleimlösende Effekte. Thymian-Präparate, zum Beispiel Pastillen, Lutschtabletten, Tropfen oder Säfte, kommen vor allem bei Husten allein oder in Kombination mit anderen Pflanzen wie Efeu oder Primel zum Einsatz. Als beliebtes Gewürz in der Küche fördert Thymian die Verdauung.

Klassisches Antibiotikum

Manchmal geht es nicht ohne klassisches Antibiotikum. Dann ist es wichtig, sich genau an die Einnahmevorschriften zu halten. Das Präparat ist unbedingt so lange einzunehmen, wie vom Arzt verordnet, auch wenn die Beschwerden bereits abgeklungen sind. Wird die Therapie zu früh beendet, könnten einzelne Bakterien überleben und unempfindlich gegenüber dem Antibiotikum werden.

Einige Antibiotika dürfen übrigens nicht mit Milch oder kalziumreichem Mineralwasser eingenommen werden. Am besten, man schluckt sie mit einem großen Glas Leitungswasser. Außerdem können Antibiotika in seltenen Fällen die Wirkung der Antibabypille beeinträchtigen, sodass eine zusätzliche Verhütung sinnvoll sein kann. Und wie ist es mit dem Alkohol? Bei der Einnahme mancher Antibiotika ist er tabu, bei anderen ist ein Gläschen Bier oder Wein durchaus erlaubt. Lassen Sie sich gerne zur Einnahme in Ihrer Apotheke beraten.

Den Darm schonen

Die Einnahme herkömmlicher Antibiotika kann die gesunde Bakterienvielfalt im Darm stören und zu Durchfall führen. Probiotische Bakterien wie Lactobazillen und Bifidobakterien als Pulver oder Kapseln aus Ihrer Apotheke helfen während und nach einer Antibiotika-Therapie, die Darmflora wieder zu stabilisieren.

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